Wir betrachten Bauen als etwas Endgültiges. Verbaute Materialien – so denken wir – sind auf ewige Zeiten in unseren Gebäuden geparkt. Tatsächlich ist es anders. Im Durchschnitt nutzen wir unsere Häuser nur 25 Jahre so, wie wir sie geplant haben. Über 1/3 des Mülls in unseren Deponien kommt aus dem Bauwesen. Mit und für unser Wohnen/Leben in Gebäuden brauchen wir ca. 40% des gesamten Energieaufwandes und setzen dafür 35% des klimaschädlichen CO2 frei. Zudem versiegeln bzw. verbauen wir immer mehr lebensnotwendige Agrarflächen – Flächen für unsere künftige Nahrungs-, Rohstoff- und Energiegewinnung. Ein radikales Umdenken wird somit notwendig.

Architektonisches Bauen und Gestalten wird sich nicht nur auf das Gebäude an sich beschränken und fokussieren, sondern den gesamten Lebenszyklus von der Herkunft und der Gewinnung der Rohstoffe über das Gebäude bis zum Rückbau und der Wiedereingliederung der Materialien in die Rohstoffkreisläufe aktiv beeinflussen. Verantwortliche Architektur muss mehr sein als nur Häuser bauen. Das gedankliche Verabschieden von der Endlosigkeit allem Gebauten hin zu einem Entstehen und Vergehen. Eine Realität des Fließens, dem Fundamentalgedanken des neuen Paradigmas einer nachhaltigen Entwicklung.

Sustainable architecture beginnt bei der Auswahl der Rohstoffe

  • bevorzugt nachwachsende Rohstoffe aus nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft,
  • biogene Rohstoffe sind Ausgangspunkt einer Vielzahl neuer Rohstoffe, welche biologisch abbaubar sind
  • verzichtet bzw. minimiert Rohstoffe mit großen ökologischen Rucksäcken
  • berücksichtigt bzw. reduziert die CO2-Freisetzung während des gesamten Lebenszyklusses
  • verwendet recyclete Stoffe

S.A. reagiert situativ auf die Rohstoffe vor Ort

  • minimiert Transporte – verpackt ressourceneffizient
  • schließt die Stoffkreisläufe möglichst lokal

S.A. plant/gestaltet Gebäude für maximale Ressourceneffizienz und damit auch Energieeffizienz

  • Gebäudehüllen sollen für optimale Energieerzeugung ausgelegt werden – zu Kleinkraftwerken, welche neben der Energie für thermische Dienstleistungen wie Raumkonditionierung, Warmwasserkühlung auch die Energie für Licht, IT und einen Beitrag zur Mobilität erzeugen
  • durch winddichte Fassaden, gute Isolierung, Energierückgewinnungssysteme, Tageslichtfokussierung etc. kann der Energiebedarf reduziert und somit die CO2-Freisetzung verringert werden

S.A. gestaltet Gebäude mit hoher Nutzungsflexibilität

  • Bauteile wie Hülle, statische Konstruktion und Erschließung werden für eine längere Lebensdauer konzipiert wie Zwischenwände, Installationen und Oberflächen, welche raschen Änderungen der Bedürfnisse nicht im Weg stehen sollen

S.A. positioniert Gebäude bevorzugt auf Flächen geringer land- und forstwirtschaftlicher Bedeutung, kompensiert die Bodenversiegelung mit Ersatzflächen (zB begrünten Dächern), baut auf Flächen mit erhöhtem passiven Energieeintrag (Südhanglagen) auf Flächen, die infrastrukturell bereits aufgeschlossen sind, schafft trotz hoher Dichte Naturbezug, Lebensqualität und Individualisierbarkeit durch ihre Nutzer.

S.A. benutzt Werkstoffe effizient, nutzt Bionik-Erkenntnisse für Materialeinsparung, minimiert den Einsatz technischer Werkstoffe, substituiert Kabellängen durch Bus- und Funkschaltungen, bevorzugt konstruktiven Bauteilschutz, lehnt chemischen Bauteilschutz ab.

S.A. setzt auf CMC (closed material circles) Technologien Plant den Rückbau und die damit verbundene Wiedereingliederung der Rohstoffe in die Stoffkreisläufe bereits bei der Gebäudekonzeptionierung mit ein, hinterlegt bei der Behörde mit den Genehmigungsplänen bereits die Rückbaupläne, setzt technische und biogene Werkstoffe so ein, dass sie im Rückbaufall einfach voneinander getrennt werden können, verwendet technische Werkstoffe möglichst monomateriell, verzichtet also auf Verbundwerkstoffe, um ein einfaches Recyclen zu ermöglichen. Sorgt dafür, dass die biogenen Werkstoffe biologisch abbaubar bleiben.

Sustainable architecture – ein Manifest

 
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